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Ortsteile

Ortsteil Paretz

 

Ortsbereich Paretz

 

Verlässt man Ketzin/Havel in östlicher Richtung, vorbei an der Bockwindmühle, so erreicht man den Ortsbereich Paretz. Hier erwarb 1797 der spätere König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Gut Paretz.


Das schlichte Schloss wurde 1797/98 von David Gilly (1748-1808) als Landhaus für den späteren preußischen König Friedrich Wilhelm III. und seine Gemahlin Luise erbaut.

 

Ortsbereich Paretz

 

Die Schlossanlagen und die Dorfkirche dienen als Stätten  der Begegnung. Hier finden, vom ansässigen  Verein Historisches Paretz www.verein-paretz.de   organisiert, ganzjährig anspruchsvolle Musikveranstaltungen statt.


Bis 1945 vollständig erhalten, dann seiner wertvollen Einrichtung im Inneren und seines historischen  Aussehens im Äußeren beraubt, erfolgte in den Jahren 1999 bis 2001 die grundlegende Wiederherstellung. Seit der Eröffnung im Herbst 2001 sind  die Räume der königlichen Wohnung mit ihren Möbeln, Grafiken und den besonderen berühmten Papiertapeten zu bestaunen. Über die Restaurierung des Schlosses informiert eine Ausstellung im Küchenflügel des Schlosses, verbunden ist dies mit der Vorführung eines halbstündigen Videos zum gleichen Thema. Schließlich werden seit 2006 in der ebenfalls sanierten Schlossremise, direkt neben dem Schloss, im Rahmen der Ausstellung „Kutschen, Schlitten und Sänften aus dem preußischen Königshaus“ bedeutende Stücke aus dem einstigen königlich preußischen Marstall gezeigt.

 

 Ortsbereich Paretz

 

Heute ist Paretz historischer Ortsbereich der Gemeinde Ketzin/Havel, der als Ensemble denkmalgeschützt ist www.stiftung-paretz.de . Auch die Störche kamen wie jedes Jahr auf das  Scheunendach zurück, weshalb Familie Hipp  dem ganzen Hof kurzerhand den Namen  “Storchenhof” gab www.strorchenhof-paretz.de . Was zunächst nur als Traum für die eigenen Kinder  begann, wurde schon bald für viele kleine Gäste Wirklichkeit: Tiere, eine Heuscheune, große Sandhaufen, Bäume zum Klettern, ein See vor der Haustür und vor allem viel Freiheit zum Toben und Spielen.


 

Ortsbereich Brückenkopf

 

Ortsbereich Brückenkopf

 

Begibt man sich von Ketzin/Havel in Richtung Brandenburg, so führt die Landstraße durch den Ketziner Ortsbereich Brückenkopf. Das Areal wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die dort ansässigen Ziegeleien geprägt. Der notwendige Ton wurde aus bis zu 30 m tiefen Gruben abgebaut. Nach Erschöpfung der Tonvorkommen füllten sich die Gruben mit Wasser, so dass eine große Seenfläche entstand für eine artenreiche Flora und Fauna. Ab 1925 begann die Besiedlung auf dem ehemaligen Ziegeleigelände und es entwickelte sich das Arial zu einem beliebten Urlaubs- und Wohngebiet.

 

Ortsbereich Brückenkopf

 

Am Beginn der Siedlung führt eine Brücke über den ehemaligen Ziegeleikanal. Die Brücke wurde 1896  als einfache Zugbrücke gebaut, die während des Schiffverkehrs hochgezogen wurde. Etwa 1925 entstand eine Zugbrücke mit einer Eisenkonstruktion und Bohlenplanken. Später wurde dieses Bauwerk komplett abgebaut, und es entstand eine feste asphaltierte Brücke, die 1973 für den Verkehr freigegeben wurde. Im Jahre 2005 erfolgte eine erneute grundlegende Neugestaltung der Brücke.

 

Ortsteil Etzin

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung des kleinsten Ortsteiles der Stadt Ketzin/Havel erfolgte im   Jahre 1173.


Der Ort, umrahmt von ausgedehnten Acker- und Wiesenflächen sowie den Feuchtgebieten des LSG „Ketziner Bruchlandschaft“, präsentiert sich heute als moderne Landgemeinde im Grünen.
Entsprechend der ländlichen Wirtschaftsstruktur betreiben zwei Landwirtschaftsbetriebe Ackerbau, Rinder- und Pferdezucht sowie eine Brennerei.


Etwa zwei km vom Ortsteil entfernt befindet sich das Gewerbegebiet der Firma www.mosolf-etzin.de.
Die landschaftliche Umgebung rings um Etzin bietet gute Voraussetzungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Neben Wandern und Radfahren gibt es Möglichkeiten zum Baden, Angeln und Reiten. Für die kulturelle Betreuung der Einwohner organisiert der Heimatverein monatliche Veranstaltungen.

 

Der Heimatverein ist mit über 40 Mitgliedern die größte gesellschaftliche Einrichtung im Ort. Er wurde 1994 gegründet. Zu den Aufgaben des Vereins gehört die Pflege des traditionellen Brauchtums, die kulturelle Betreuung der Bürger, heimatkundliche Exkursionen und die Weiterführung der Ortschronik.

 

Höhepunkte sind die jährliche Irisschau (letztes Wochenende im Mai) und das Erntefest (erstes Wochenende im September).

 

 

Ortsteil Falkenrehde

 

 

Der Ort ist ein typisches Straßendorf, das direkt an der Landestraße 204 liegt. Die gute Anbindung an das Straßennetz und der Autobahn machen den Ort besonders attraktiv. Die Landstraße und einige Nebenstraßen sind erneuert worden. Radwege führen von Falkenrehde aus in Richtung Ketzin/Havel, Potsdam, Nauen und Berlin.

Der Gutshof Havelland www.gutshof-havelland.de in Falkenrehde bietet das ideale Ambiente für Business, Erholung und Wochenendausflüge. Das Hotel und Restaurant ist verkehrsgünstig und ruhig gelegen, nahe Potsdam und Berlin.

In seiner wechselvollen Geschichte hat Falkenrehde sowohl von der Struktur als auch von der Einwohnerzahl her eine Entwicklung genommen, die den jeweiligen Epochen entsprach.

Falkenrehde gehört zu den ältesten Siedlungsplätzen des Havellands. Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1282. In den Jahren 1806 und 1809 zerstörten 2 große Feuerbrände  das Dorf. Falkenrehde, inzwischen als Schatullgut der Preußischen Krone zugehörig, wurde auf Befehl Friedrich Wilhelm III. kreditlastig auf Kosten der Krone wieder aufgebaut,  jedoch nicht an seinem ursprünglichen Standort, sondern über die Feldmark verteilt - 3 Höfe in Stolp, 7 Höfe auf dem Gebiet Neu-Falkenrehde, die den Ursprung des Ortes bildeten  5 Höfe, davon 1 Bauer und 4 Kossäten, verbleiben im einstigen Dorf Falkenrehde.

Die Gründung der heutigen Kirche lässt sich zeitlich nicht  genau festlegen.  Ein Sakralbau (Kapelle) stand ursprünglich an ihrer Stelle. Mit dem wachsen des Ortes hat man das Gebäude der stets ansteigenden Einwohnerzahl angepasst. Die von Henricus Ulemynk im Jahre 1423 gegossene mittelalterliche Bronzeglocke, die 1806 beim Läuten zerbrach, ist heute als Ausstellungsstück des Märkischen Museums in Berlin zu besichtigen. Der letzte große Umbau der Kirche fand 1910 statt.


Bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg besuchte Theodor Fontane Falkenrehde und die Kirche und  wollte dem „Enthaupteten in der Gruft“ einen Besuch abstatten.

Ein Blickpunkt  bildet auch das 1803 errichtete zweiflüglige, schmiedeeiserne Tor des Friedhofsportals mit den Initialen  Ernst von Weilers (E.v.W.), dem einst fast ganz Falkenrehde gehörte.                                             

www.falkenrehde.de

 

 

Ortsteil Tremmen

 

 

Tremmen wurde im Jahre 1161 erstmals in einer Urkunde als eines jener Dörfer genannt, die dem Domkapitel Brandenburg als Ausstattung überstellt wurden.


Über die einzelnen Höfe und deren Besitzer vor 1800 gibt es wenig Dokumente, weil durch den Großbrand von 1794 die Kirchenbücher vernichtet wurden. Aber es besteht ein Ortsplan aus dem Jahre 1794. Auf ihm erkennt man deutlich das „T“ der Straßenanordnung. Aber nicht von diesem „T“ rührt der Ortsname sondern von dem Wort „Trem“, welches „Schutzdach“ bedeutete. Denn Tremmen wurde als Schutz- und Umspannstation an der Heerstraße, dem wichtigen mittelalterlichen Verkehrsweg im norddeutschen Raum, gegründet. Aus ursprünglichem Trem wurde 1323 Tremmene, bis schließlich ab 1375 der heutige Ortsname aktuell wurde.


Nähert man sich dem Ort  und betrachtet ihn, von welcher Seite auch  immer, erblickt man zuerst die aus dem Jahre 1416/1417 stammende Walfahrtskirche – ein einschiffiger Backsteinbau mit zwei quadratischen Türmen und Zwiebelkuppeln.


In zentraler Dorflage befindet sich in einer ehemaligen, über 100 Jahre alten Stellmacherei, das Dorfmuseum.


Kernstück des Museums ist ein rund 100 Jahre alter Betrieb des Stellmachers. Die alten Maschinen funktionieren bis heute, was dem Besucher auch vorgeführt wird. Daneben werden das Schmiede- und auch das Sattlerhandwerk, die zwei weiteren früher wichtigen ländlichen Gewerke, dargestellt.
Historische Landtechnik wird auf dem Freilichtgelände hinter dem Hotel Marlenenhof gezeigt. Hier findet auch jedes Jahr am letzten Sonntag im August das Museumsfest statt.
Das Dorfmuseum Tremmen ist von April bis Oktober geöffnet, Samstag, Sonntag, Feiertag von 13.30 – 18.00 Uhr.


Weit über die Grenzen des Ortes bekannt und beliebt sind die Sommer-, Museums- und Erntefeste sowie der Weihnachtsmarkt.

www.tremmen.de

 

Tremmen

 

Tremmen 1

 

 

 

Ortsteil Zachow

 

 

Zachow und Gutenpaaren waren seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1170 eigenständige Dörfer. Sie gehören mit zu den ältesten Siedlungen des Havellandes, die nach deutschem Recht und unmittelbar nach der Inbesitznahme der Burg Brandenburg 1157 gegründet wurden. Für Zachow ist eine Kirche nachgewiesen, von der aus die Einwohner von Parne (Gutenpaaren), Lodiz (im Lötzbruch gelegen, heute untergegangen) und Werder (früher wohl Albrechtswerder, heute Fernewerder) seelsorgerisch betreut wurden. Als erste Besitzer eines Teils der heutigen Feldmark von Zachow tauchen die Herren von Schneidlingen auf, die in dem um 1230 entstandenen Sachsenspiegel, einem Rechtsbuch, als eine der vornehmsten genannt sind.

Eine „Olden Parne“ genannte Siedlungsstelle bezeichnete noch 1375 den Ort, wo sich früher das Dorf Gutenpaaren befunden hatte, eine in der Havelniederung gelegene slawische Siedlung. Für Zachow lässt sich eine solche Altsiedelstelle nicht ausmachen.

Beide Dörfer liegen unmittelbar am südlichen Rand der Nauener Platte. Wer durch Gutenpaaren geht und z.B. vor dem ehemaligen Rittergut Halt macht, bemerkt den Geländeanstieg sofort.

Die Dörfer nahmen eine unterschiedliche Entwicklung. Während Zachow eines der typischen Domstifts-Dörfer des Havellandes wurde, in denen ein Lehn- und Gerichtsschulze den dörflichen Vorsitz einnahm, entwickelte sich Gutenpaaren zu einem ebenso typischen ostelbischen Gutsdorf.

1326 gelangte es zwar ebenfalls in den Besitz des Domstiftes Brandenburg, doch wurde es bald danach einigen Brüdern aus Nauen überlassen, die 1359 eine Kirche im Dorf errichteten, die bis 1380 lediglich als Zufluchtskirche diente.  1863 erhielt sie durch zwei Anbauten ihre heutige Gestalt.

Im 15. Jahrhundert taucht die Familie von Brösicke als Eigentümerin Gutenpaarens auf, die hier einen Rittersitz begründete. Im Jahre 1767 kaufte Peter Graf von Golofkin das Rittergut, dessen Vater als reichster Mann Russlands galt. Seit 1804 bestimmte die Familie von Eckenbrecher die Geschicke des Dorfes. Der Sohn des Rittergutsbesitzers, Carl Gustav von Eckenbrecher, bestimmte 1842 die Lage Trojas und war mit dessen späterem Ausgräber Heinrich Schliemann befreundet. Ein Enkel, Themistokles von Eckenbrecher, gehörte zu den bedeutendsten Landschafts- und Marinemalern Deutschlands. Carl von Schlicht, 1832 in Gutenpaaren geboren und ein Schwiegersohn von Eckenbrechers, wurde ein weiterer wichtiger Maler des 19. Jahrhunderts.

Die Ziegelerdevorkommen um Zachow und Gutenpaaren bewogen den Ketziner Ziegeleibesitzer Hornemann 1887 zum Kauf des Gutenpaarener Rittergutes.

Einige sanierte Wohnhäuser in Zachows Dorfmitte lassen erahnen, wie wohlhabend die Bauern nicht nur im 19. Jahrhundert waren. Viele Urkunden belegen, dass sie schon immer selbstbewusst auftraten und nicht duldeten, dass ihnen Unrecht geschah.

Interessant ist, dass es bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts keine direkte Straßenverbindung zwischen Zachow und Ketzin gab. Es existierte auch kein Feldweg durch das Mittelbruch, das beide Gemeinden voneinander trennte. Die Chaussee zwischen den beiden Orten und ihre Verlängerung bis Roskow wurden erst 1886 gebaut. Bereits vorher war der Kuhdamm bis Brückenkopf und darüber hinaus verlängert worden, um die kostbare Ziegelerde abbauen zu können. Im Januar 1887 wurde Ketzin schließlich auch Poststation für Zachow, das bis dahin seine Postsachen aus Brandenburg erhielt.

Die Suche nach Tonerde brachte auch neue Erkenntnisse für die Frühgeschichte. Auf der Zachower Feldmark fand sich der in ganz Mitteleuropa bislang einzige Nachweis von Fallgrubenjagd  nacheiszeitlicher Jäger. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man auch Reste einer Behausung, in der goldene Sporen lagen. Von hier aus führte ein gepflasterter Weg zum Ketziner Burgwall. Das lässt die Vermutung zu, dass der Befehlshaber (Kastellan) des Ketziner Burgbezirkes hier wohnte.

 

Nach dem Ende des Tonabbaus liefen die Erdelöcher, wie sie genannt werden, voll Wasser. Diese kleinen Seen entlang der Straße von Ketzin nach Zachow bieten vielen Tier- und Pflanzenarten optimale Entwicklungs- und Rückzugsbedingungen und sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

 

Detlef Tobian

Ortschronist für Zachow und Gutenpaaren